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eBooks – Bücher für Tablet & iPad

Produktkategorie-eBooks im Atelier An der Mühle

eBooks – Bücher für Tablet & iPad – begannen wir 2013 zu schreiben & veröffentlichen. Damals erschien von Apple iBooks Author – eine App für den Mac um iBooks (eBooks) zu erstellen – und damit war es verdammt einfach elektronische Bücher für digitale Lesegeräte ansprechend und multimedial zu erstellen. Ruckzuck hatten wir vier oder fünf Bücher geschrieben, mit reichlich Fotos versehen und dann bei Apple in den iTunes Store reingestellt. Allerdings konnten diese speziellen Formate nur auf Apple Geräten gekauft und gelesen werden, was wir als einen Nachteil empfanden. Nicht alle haben die recht teuren Geräte von Apple.

2015 versuchten wir zusätzlich den Vertriebsweg amazon. Doch ehrlich gesagt, das war es nicht. Ich mag amazon und seine marktbeherrschende Stellung nicht und amazon verlangte auch ein spezielles Dateiformat für seine eigenen Kindle Lesegeräte und Apps. Die Konvertierung war umständlich, eine Buchlayoutsoftware wie die von Apple gab es nicht. Also konvertierten wie jede Seite in ein Bild. Die Buchdatei wurde entsprechend groß und der Verkauf war nicht sonderlich gut. Vielleicht auch wegen der enormen Dateigröße.

2015 erlaubte iBooks Author den Export des Buches ins universelle PDF. Multimediale Inhalte gingen dabei zwar verloren, interaktive Inhalte ebenso, doch die wesentlichen Inhalte Texte und Bilder waren schön anzusehen. Die PDFs stellten wir dann online zum Verkauf in unseren eigenen Shop bildmanufaktur-wackernah.de. Nachdem wir 2016 unser Atelier An der Mühle eröffnet hatten, schickten wir bildmanufaktur-wackernah.de nach und nach in den Ruhestand. Zum Atelier An der Mühle gab es dann diese Webseite und was bot sich mehr an, als die eBooks hier auch einzustellen. Aber es dauerte bis zum Sommer 2018 bis ich Zeit und Muße fand, die Bücher einerseits zu aktualisieren und dann eben hier einzustellen.

Inzwischen sind es wohl einige eBooks die es in den Shop geschafft haben. Manche sind kleine Büchlein mit zwanzig bis dreissig Seiten Umfang, andere enthalten Text zum Lesen für mehr als einen ganzen Nachmittag. Fotos sind natürlich reichlich drin, schließlich sind wir Fotografen. In jedem Fall steckt eine ganze Menge Herzblut in jedem dieser Bücher. Geschichten sind mit Leidenschaft geschrieben und Inhalt möglichst akribisch recherchiert. Es sind allesamt persönliche Geschichten, von uns und über uns. Weiter zu den eBooks.

Ein besonders Schmankerl ist das Buch Jan van Moor von August Kohlenberg. August Kohlenberg ist Ilonas Urgroßvater. Inzwischen längst verstorben war er Schulmeister in Dörfern in und um Worpswede im Teufelsmoor. Während dieser Zeit schrieb er Geschichten und Gedichte über das Moor auf. Diese Geschichten hatte Ilonas Großvater, also der Sohn von August Kohlenberg, Johannes Kohlenberg, mit der Schreibmaschine abgeschrieben und in einer gebundenen Kladde hinterlassen. Ilona bekam diese Kladde in den 1990er Jahren vererbt. Ich setzte mich dran und tippte die Geschichten in meinen Computer ein, wobei ich bewusst die von Johannes Kohlenberg gesetzte Rechtschreibung und Interpunktion beibehielt. Aus heutiger Sicht wirkt das an manchen Stellen komisch, aber wir nehmen das mal so hin.

Ilonas Tante Similde schrieb im Jahre 1935 diesen Aufsatz über die Familie Kohlenberg auf:

Aufsatz über die Familiengeschichte

Meine Voreltern väterlicherseits heißen Kohlenberg. Der Älteste dieses Namens, von dem wir Kunde haben, heißt Christoph Kohlenberg. Seine Frau wurde Conradine Justine Ahlswede. Er war Bauer in Dielmissen, einem kleinen Ort im Kreise Hameln-Pyrmont, am Westabhang des Ith. Am 9. April 1794 wurde ihnen ein Sohn Joh. Heinr. Christoph geboren, der ebenfalls dort Bauer wurde. Von ihm ist bekannt, daß er schwarzes Haar hatte und der »schwarze Christoph« genannt wurde. Er soll ein stattlicher, stolzer Mann gewesen sein. Seine Liebhaberei waren schöne Pferde, von denen er stets Gespanne gleicher Farbe haben mußte. Er war zweimal verheiratet und hatte vierzehn Kinder, sieben aus erster Ehe und sieben aus zweiter. Die aus erster Ehe wanderten fast alle nach Amerika aus. Seine zweite Frau hieß Johanne Justine Louis Wißmer. Sie starben 69 und 57 Jahre alt. Am 3. Januar 1838 wurde ihnen ein Sohn Heinrich geboren, mein Urgroßvater. Dieser war ebenfalls ein großer, kräftiger Mann. Er wurde Ackervoigt auf der Graf Metternichschen Besitzung in Bisperode bei Hameln. Zuletzt war er Oberbruchmeister in den Steinbrüchen zu Salzhemmendorf. Mein Urgroßvater war leicht erregbar, aber auch arbeitsam. Er war sehr musikalisch und ein hervorragender Tenorsänger. Im 58. Lebensjahre raffte ihn der Typhus hinweg. Er war verheiratet mit Caroline Dörries, die am 19. Juni 1840 in Dielmissen geboren wurde und 76 Jahre alt in Salzhemmendorf an Speiseröhrenkrebs starb. Auch sie war groß und von kräftigem Körperbau. Sie war eine sehr fleißige, kluge und lustige Frau. Sie konnte gut Kopfrechnen. Am 19. Juli 1863 wurde ihnen als erstes Kind ein Sohn geboren, den sie August tauften. Dieser wurde mein Großvater. Seine Kindheit verlebte er in Dielmissen, Bisperode und Neuhaus. Da er begabt war, ließen ihn seine Eltern Lehrer werden. 1884, um die Zeit, als die Maler Worpswede entdeckten, kam auch mein Großvater dorthin. Er wurde Lehrer in dem benachbarten Moordorf Bergedorf, wo er fast zwanzig Jahre wirkte. In dieser langen Zeit hat er Land und Leute dort gründlich studiert und kennengelernt. Worpswede wurde seine zweite Heimat. Hier holte er sich auch 1886 seine erste Frau, und als diese nach siebeneinhalb Jahren allzufrüh starb, auch die zweite. Aus Rücksicht auf seine Familie, um sein Einkommen zu verbessern und seinen zahlreichen Kindern bessere Ausbildungsmöglichkeiten zu geben, entschloß er sich, wenn auch schweren Herzens, Worpswede zu verlassen. So kam er 1903 nach Löhen Westfalen, wo er aber nur ein Jahr blieb. Dann bekam er eine Stelle in Brink bei Vörde Westfalen. Hier nun sollte er seßhaft werden. Er blieb dort bis zu seiner Pensionierung 1925. Jetzt lebt er schon mehrere Jahre mit seiner Frau, einigen seiner Kinder und einem verwaisten Enkelkinde in Köln. Er ist jetzt 72 Jahre alt und noch ziemlich rüstig. An allem nimmt er noch regen Anteil, auch betätigt er sich noch schriftstellerisch. Sitzt er auch am schönen Rhein, seine Liebe gehört doch Worpswede und dem Moor. Er schrieb einen Roman und mehrere Novellen und Geschichten, die Land und Leute in und um Worpswede zum Gegenstand haben. Er war Mitarbeiter der früheren Zeitschrift »Niedersachsen« und vieler anderer. Er kann auch gut malen und zeichnen, auch ist er musikalisch. Großvater hat mit seiner Familie viel Leid durchgemacht. Sein ältester Sohn starb mit fünf Jahren, kurz darauf auch seine Frau Gesine geb. Gerken. Als er zum zweiten Mal geheiratet hatte, starb bald darauf wieder ein Kind aus dieser zweiten Ehe. 1925 starb seine jüngste, erst 20jährige verheiratete Tochter, nachdem sie einem Kinde das Leben begeben. Dies Kind, ein Mädchen, lebt nun bei den Großeltern. Das einzige noch lebende Kind aus erster Ehe, geb. 2. September 1890, Johannes getauft, heiratete am 24. Oktober 1919 Frl. Dorette Langhammer aus Bremen. Das sind meine Eltern.

Meine Voreltern mütterlicherseits hießen also Langhammer. Sie stammen aus Oesterreichisch Schlesien und Mähren (Sudetendeutsche). Mein Großvater hieß Wenzel Langhammer, geb. 9. Mai 1868 in Schreibendorf (Mähren). Er war das vierte von zwölf Kindern. Als junger Mann wanderte er aus und kam nach Bremen. Er wurde hier Bierbrauer und heiratete am 9. April 1898 Dorette Nolte aus Bremen, meine Großmutter. Aus dieser Ehe entsprossen neun Kinder. Das älteste ist meine Mutter. Meine Großmutter lebt noch, sie ist jetzt 63 Jahre alt und noch sehr rüstig. Sie hat sich ein lebhaftes und lustiges Wesen bewahrt, obgleich sie viel Schweres erlebt hat. Als 1916 ihr Mann, erst 48jährig starb, stand sie mit acht Kindern allein da. Das Jüngste war noch nicht zwei Jahre alt. In den folgenden Jahren verlor sie dann noch zwei Söhne und eine Tochter, die alle in blühendem Alter standen. Großvater war von mittelgroßer Gestalt und frischen Aussehen. Er hatte immer rote Backen, selbst noch in Tode. Er war lebhaft, freigebig, und liebte Kinder, Blumen und Tiere. Er und seine Vorfahren bilden den einzigen katholischen Zweig meiner Voreltern. Mein Urgroßvater hieß ebenfalls Wenzel Langhammer und wurde am 29. September 1835 geboren. Er war Bürstenmacher und Schankpächter und starb 84 Jahre alt. Verheiratet war er mit der Hebamme Amalia Kada daselbst, geb. 6. Dezember 1843. Sie wurde 61 Jahre alt. Von den weiteren Vorfahren sind mir nur noch von ein bis zwei Generationen die Namen bekannt. Dem Beruf nach waren sie Bauern und Handwerker und stammten alle aus derselben Gegend.
Dies wäre, in großen Zügen, alles was ich von meinen Voreltern weiß. Schließen möchte ich mit Goethes schönen Vers:

Wohl dem, der seiner Väter gern gedenkt, 

Der froh von ihren Taten ihrer Größe 

Den Hörer unterhält und still sich freuend 

Ans Ende dieser schönen Reihe sich geschlossen sieht.


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