Fotografie Wassermühle zu Hainmühlen

In meinem letzten Aufsatz (Panorama Vergleich iPhone vs. DSLR) hatte ich die Panoramafotografie mit iPhone und DSLR verglichen. Ich hatte für den Vergleich die Wassermühle in Hainmühlen als Beispiel genommen. Hier nun möchte ich etwas mehr über die Wassermühle schreiben, deren Ursprung sich immerhin auf das Jahr 1419 zurückverfolgen lässt, als der Rat der Stadt Bremen die Mühle von Mette Gogreve, Tochter von Johan Louwen und mit Hinrik Gogreve verheiratet, für 80 Lübische Mark kaufte. Verwaltet wurde die Mühle dann vom Amt Bederkesa, das damals teilweise zur Stadt Bremen gehörte. Die Abschrift der Urkunde über den Verkauf der Mühle an den Rat der Stadt Bremen hat Ernst Beplate in seinem Aufsatz „Zur Geschichte der Wassermühle in Hainmühlen“ im Jahrbuch der Männer vom Morgenstern 63 (1984), S. 111, wie folgt wider gegeben:

Ick vrowe Mette, echte rechte Dochter Johan Louwen unde husvrowe Hinrikens Gogreve, bekenne vor allersweme, dat ick hebbe verkoft unde vorkope redeliken unde rechtliken to enem ewigen steden erwekope, deme rade to Bremen unde erer menheit myne vryen molenstede unde hoff to der Heynmolen, also dat belegen, is in der borde to Ringstede, myd water, myd wischen, myd weide, myd acker, myd holte, myd heide, myd aller schlachter nut rechticheit, unde tobehoringe, so dat je to hort heft unde noch tohort bewegelik und unbewegelik vor achtentich Lubische mark. De my al wol betalet sint. Unde ick unde myne erven hebben vorlaten de vorscrevene molenstede unde hoff myd der tobehoringe unde upgelaten deme rade to Bremen unde erer menheit. Srceven unde gheven nah godes bort veertynhundert jar darno in deme neghentynden jare, in deme hilligen daghe Valentini.

Diese Urkundenabschrift wurde bereits im Bremischen Urkundenbuch, Bd. 5, Bremen 1902, 123 sowie im Niedersächsisches Heimatblatt Nr. 8/1950 publiziert – Ernst Beplate bezieht sich in seinem Aufsatz auf diese Veröffentlichungen.

So aufschlussreich die Urkunde über den Verkauf der Wassermühle im Jahre 1419 ist, so wenig lässt sich ihr Entstehungsjahr zurück verfolgen. Sowieso ist die Geschichte der Mühle an der Wittgeeste lückenhaft, schreibt Ernst Beplate. 1551 wird die Wassermühle Hainmühlen jedenfalls von der stadtbremischen Burg Bederkesa verwaltet. 1590 pachtet Jacob thom Böken die Heine Mühlen für einen jährlichen Pachtzins von neun Groschen. 1637 zahlt der Kämmerer des Hauses Bederkesa 2 Reichstaler für einen neuen Mühlenstein.1652 hatte Hinrich Müller die Mühle gepachtet und 1692 musste Wilcken Moller schon 100 Reichstaler Pachtzins berappen. 1697 musste erneut ein Mühlenstein gekauft werden, diesmal für 24 Reichtstaler. 1738 wurde das Wasserrad erneuert. Da die Wassermühle allein den Mahlbedarf nicht mehr erfüllen konnte, bemühte sich der Pächter Jürgen Führing um die Erlaubnis, zusätzlich eine Bockwindmühle zu erreichten. 1753 war diese auf dem Mühlenberg errichtet und nahm ihren Betrieb auf.

Inzwischen waren das Amt Bederkesa und andere Teile in den Besitz des Kurfürstentum Hannover gewechselt. 1828 entschloss sich die Königliche Cammer zu Hannover zu einem Neubau der inzwischen arg baufälligen Mühle. Das neben der Mühle gebaute Müllerhaus brannte 1927 nieder, die Bockwindmühle wurde 1929 gesprengt.

1952 erwarb der aus Pommern stammende Leo-Gerd von Kameke das Gut und die Wassermühle in Hainmühlen, die inzwischen elektrisch betrieben wurde. 1980 kaufte die Samtgemeinde Bederkesa das Anwesen der Mühle und begann 1982 mit den Restaurierungsarbeiten, die maßgeblich von Prof. Dr. Heinz Meyer-Bruck von der Fachhochschule Nordostniedersachsen geleitet wurden. Was sie heute sehen, ist der Zustand der Mühle von 1928, als sie vom Kurfürstentum Hannover neu errichtet wurde. Eine ausführlichere Beschreibung der Geschichte der fast 600 Jahre alten Mühle sowie weiteren Mühlen in unserer norddeutschen Landschaft demnächst in meinem eBook.