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Eine neue Webseite und dann?

Produktbild El Paso Highways © 1981 Adrian J.-G. Wackernah - 001153
Fotografie El Paso Highways © 1981 Adrian J.-G. Wackernah – 001153

Ich werde oft gefragt, wie die eigene Homepage mehr Besucher bekommt. Meist steht die Frage im Zusammenhang mit der Platzierung bei Google. Jeder möchte gerne in den Suchergebnissen auf Platz 1 oder wenigstens auf Seite 1 bei Google. Leider bietet Google pro Seite nur 20 Treffer an. Wie hoffnungslos dieses Unterfangen sein kann, möchte ich mit diesen Zahlen verdeutlichen:

Es existieren z. Zt. ca. 1,5 Milliarden Homepages. Nimmt man weiterhin an, das jede Homepage mindestens 5 Unterseiten hat, so wären das ca. 7,5 Milliarden Suchergebnisse, die gerne unter die ersten 20 Treffer bei Google kommen möchten.

https://www.internetlivestats.com/total-number-of-websites/

Jetzt kommt das SEO ins Spiel. SEO = Search Engine Optimization, also seine eigene Webseite für Suchmaschinen (das sind ja auch nur Programme, die Regeln befolgen) optimieren. Plugins machen einem das recht einfach, indem man zu jedem Beitrag, jeder Seite und jedem Bild ein paar erklärende und beschreibende Worte hinzufügt, die die Suchmaschinen in ihren Index aufnehmen. Damit schafft man eine Grundlage, dass das, was mein auf seiner Homepage veröffentlicht, von den Suchmaschinen im eigenen Sinne verstanden wird. Nicht das Google meint, die Homepage sei eine Pornoseite, nur weil man über das Liebesleben der Bienen schreibt (sofern die eines haben).

Ist die Homepage ganz neu, wird Google zwar über deren Existenz benachrichtigt, aber solange der Googlebot die Inhalte nicht indexiert hat, ist sie bei Google nicht zu finden. In der Regel dauert es 1 bis 6 Monate, bis alle Inhalte von Google erfasst sind. Hier ist Geduld angesagt.

Der Googlebot, also die Software von Google, die alle Homepages durchsucht und indexiert, hat enorm viel zu tun. Neben unseren kleinen Homepages gibt die großen wie zum Beispiel Instagram. Dort wird von den Benutzern jedes Bild mit Beschreibungen und Hashtags versehen. Das geht im Googleindex ein.

Pro Sekunde werden auf Instagram ca. 924 neue Bilder hochgeladen, die über Google zu finden sein werden.

https://www.internetlivestats.com/one-second/

Das können pro Tag bis zu 80 Milliarden neue Fotos sein! Diese Zahl allein macht Instagram für Google so interessant. Denn je mehr eine Homepage veröffentlicht, desto öfters schaut der Googlebot vorbei und nimmt Änderungen in seine Suchergebnisse auf. Bei Twitter sind das noch mehr:

Pro Sekunde werden über 8500 Tweets bei Twitter aufgegeben. Mit unterschiedlicher Wichtigkeit zwar, aber wenn der amerikanische Präsident seine Botschaften darüber in die Welt schickt, verdeutlicht das die Wichtigkeit der Nachrichten für Google.

https://www.internetlivestats.com/one-second/#tweets-band

Pro Monat veröffentliche ich vielleicht mal 1 bis 3 Beiträge und 2 bis 5 neue Produkte. Nur selten sind es mehr. Das ist schon gutes Mittelmaß, denn es zeigt Google, die Webseite lebt und es passiert was. Für eine Platzierung in den Suchergebnissen auf Seite bei Google reicht das nicht. Lediglich bei ganz ausgefallenen Suchanfragen findet man diese Homepage ganz vorn. Heute, am 28. Juni 2019, um 10 Uhr fand man den Beitrag zum Produkt (aber nicht das Produkt selbst) auf Platz 2, als ich mit diesem Text suchte: Bremerhaven Neuer Hafen © 2019 Adrian J.-G. Wackernah. Das ist eine ausgefallene Suchanfrage. Lasse ich nämlich meinen Namen weg, so landet der Link im Suchergebnis viel weiter hinten.

Damit die eigene Homepage oder ein Beitrag, den man da veröffentlicht hat, bei Google eine gute Bewertung und damit gute Platzierung bekommt, muss man wirklich viel tun. Ich hab das vor vielen Jahren mal mit meiner Homepage bildmanufaktur-wackernah.de gemacht. Möglichst jeden Tag habe ich ein neues Produkt reingestellt, jeden Tag einen Beitrag geschrieben. Viel Aufwand in das SEO gesteckt. In öffentlichen Foren auf fremden Webseiten habe ich Beiträge geschrieben und darin einen Link zur eigenen Webseite untergebracht, habe Beiträge auf beliebten fremden Webseiten kommentiert. Pro Tag war ich so bestimmt 2 bis 3 Stunden beschäftigt. Nach 3 Jahren war die Homepage gut und öfters auf Seite 1 bei Google mit speziellen Suchbegriffen zu finden. Grundthemen waren Fotografie und Webdesign. Pro Tag waren zwischen 30 bis 150 Besucher zu verzeichnen.

Immer nur Google?

So schön, so gut. Viel Arbeit. Ansehnliche Besucherzahlen. Der betriebswirtschaftliche Erfolg dagegen hielt sich in Grenzen. Jedenfalls im Verhältnis Aufwand zu Umsatz/Gewinn. Letztens stellte ich die Seite offline und konzentriere mich ganz auf diese Homepage. Hier schreibe ich über Dinge, die mich bewegen bzw. interessieren, ohne auf eine Gute Platzierung bei Google zu achten.

Wer sich das was ich eben geschrieben haben und die oben genannten Zahlen dazu zu Gemüte führt wird ahnen, welch einen Aufwand eine gute Platzierung in den Googlesuchergebnissen bedeuten kann. Aber, muss man sich eigentlich so sehr auf Google konzentrieren? Viele denken tatsächlich: Google ist die einzige Möglichkeit sich bzw. seine Homepage bekannter zu machen. Dabei haben wir in der Vorinternetzeit auch Werbung gemacht und viele recht gut verkauft. Eine Zeitungsanzeige oder Mund-zu-Mun-Propaganda. Gerade wer eh lokal seine Zielgruppe sucht, wird auf diesen Wegen viel eher seine Kunden finden. Denn, was interessiert es mich, wenn wer aus Amerika meine Seite besucht jedoch niemals mein Geschäft besucht. Dieser Umstand trifft doch auf die Meisten von uns zu.

Produktbild Meyenburg Ententeich © 2008 Adrian J.-G. Wackernah - 001208
Fotografie Meyenburg Ententeich © 2008 Adrian J.-G. Wackernah – 001208

Keine Werbung ist wirksamer als wenn wer über mich erzählt

Schon früher lernte ich, dass keine Werbung erfolgreicher ist, als wenn wer über mich erzählt. Das gilt auch heute. Zusätzlich werden die digitalen Kommunikationswege dazu nutzt.

Dank des Internet kann ich mir heute eine handvoll Flyer für ganz wenig Geld drucken lassen und die einfach verteilen. Gelegenheiten dazu bieten sich fast immer. Und wenn ich eine E-Mail schreibe, dann ist da im Impressum auch immer ein Link zur Homepage drin. Die, die von mir elektronische Post bekommen, interessieren sich für mich und vielleicht auch für das, was ich verkaufe.